Augmented Reality
In William Gibsons Roman "Spook Country" verwendet die Romanfigur eine Videobrille und ein GPS-Device, um in den Strassen von Los Angeles in Echtzeit virtuelle Kunstwerke zu betrachten. Diese erscheinen, als 3D Objekte täuschend echt in die Szenerie integriert, mit angehängten schwebenden Bild- und Textinformationen sobald man die Brille aufsetzt. Und das sind auch schon grob alle Zutaten für Augmented (engl. erweiterte) Reality. Die Technologie, die ihre Ursprünge in den 1960ern hat, ist bereits in vielen Bereichen der Militär und Automobilindustrie im Einsatz.
Im Roman verändert sich die Story Richtung Spionage Geschichte, im richtigen Leben bahnt sich AR seinen Weg auf mobile Endgeräte und ins Web. Moderne Smartphones wie das G1, das T Mobile Pulse oder das Apple iPhone haben die technischen Vorraussetzungen für AR, und es gibt bereits einige spannende Anwendungen. Gerade mobile Location Based Services, also z.B. mobile City Guides, profitieren davon, denn sie erlauben es Informationen zu einem Ort, oder einem Gebäude in Echtzeit sowohl visuell, als auch interaktiv enorm anzureichern. Richtet man sein Handy z.B. auf ein Gebäude, können auf dem Display Entfernung zum Gebäude, Baujahr, Gastronomie oder Shops im Gebäude, angezeigt werden. Inklusive Angeboten, oder der Historie des Gebäudes. Zusätzlich Entfernung zu den nächsten Bahn oder Busstationen inklusive Navigationshilfe. Wenn eine Berühmtheit in dem Haus gewohnt hat wäre es denkbar, dass diese Person als Simulation aus dem Haus tritt, und etwas über das Haus erzählt. Man kann sich gut vorstellen, was aus dem Zusammenspiel von GPS Daten, im Handy integrierten Hardware Sensoren, 3D Software, und schnellem Datenfunknetz in den nächsten Jahren entstehen kann.
Wie zum Beispiel in diesem Sommer. Da hat sich eine Arbeitsgruppe von Architekten der University of Texas in Austin, USA, mit der Universität der Künste in Berlin zusammengetan und die haben sich mit dem Thema ganz praktisch auseinandergesetzt. Unterstützt von Filmemachern, der neuesten Medientechnologie sowie einer Reihe von G1-Geräten – zur Verfügung gestellt vom 4010 in Mitte – haben die Studenten und Wissenschaftler neue Vorschläge für die derzeit heiß diskutierte Neugestaltung des Karl-Marx-Forums in Berlin erarbeitet und im Rahmen des „alias mobile media lab“ innovative Anwendungsszenarien für Stadtplanung und die Gestaltung öffentlicher Räume ausgelotet. Erste Ergebnisse präsentieren wir in einem umfangreichen AR-Feature in der nächsten Ausgabe.
Weitere Infos unter: www.arte7.de
