Buchempfehlung
Im Abgang bittersüßlich
Gerade habe ich ein Buch gelesen, das den Namen trägt "Der Geschmack von Apfelkernen". Und wie das so ist: Man liest 253 Seiten und natürlich bleibt einem nicht alles davon in Erinnerung. Gerade bei diesem Buch bleibt vielmehr eine Kombination aus Gerüchen, Geschmäckern und Farben, als ein Handlungsstrang im Gedächtnis zurück. Ja, da war diese Bibliothekarin Iris, die eine Woche auf dem norddeutschen Lande verbringt, wo sie mehr überraschend als geplant in die nie ganz entworrenen Mysterien ihrer Kindheit eintaucht. Ursprünglicher Grund der Reise ist ein Todesfall und das Erbe, welches es nun anzutreten gilt - jenes Haus voller Erinnerungen..
Weiterlesen lohnt sich!
Wie Martina Meister (Die Zeit) es so treffend beschrieben hat: "Es ist ein trauriges, aber tröstliches Buch der Erinnerung geworden." Vergessen und Erinnern, Erinnern als Spielart des Vergessens (und umgekehrt), sowie das Ineinanderfließen ganz und gar unterschiedlicher Epochen durch sich überlappende Generationen... Seite um Seite wird es poetischer, aber nicht hochtrabender. Die anfängliche Unordnung (Verwirrung durch Namensüberdosis!) und etwas Kitsch weichen jedoch noch dem Begreifen und Staunen. Eine fesselnde Geschichte entblättert sich und mit ihr sprachliche Eleganz und Poetik der Autorin.
Eigentlich ein glatter Widerspruch
Familiäre Verstrickungen & leichtfüßige Sommergeschichte. Doch Katharina Hagena lässt uns zu Lauschenden fremder Gedanken werden. Und Erinnerungsfetzen haben es nun mal so an sich, eher sprunghaft durch die Zeit zu reisen. So bleibt uns am Ende noch ein Bild: die Sonne, die zwischen den Zweigen der Apfelbäume hindurchbricht und uns in der Nase kitzelt..
