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Das Interview zur webinale
Im Rahmen unserer Kooperation mit der webinale, haben wir uns an den Top Experten gewandt, nämlich an Felix Schrader, den Chefredakteur von CREATE OR DIE, der laut eigener Aussage „das Web und alles drum herum liebt, deswegen bei CREATE OR DIE schreibt und das Programm der webinale organisiert.“
Hier also das Interview:
1. Erzähl unseren Lesern doch, was genau die webinale ist & wann / wo sie stattfindet.
Die webinale trägt den Untertitel „the holistic web conference“. Wir haben den Anspruch, den Teilnehmern ein ganzheitliches Konferenzprogramm rund um die Arbeit im und mit dem Web zu bieten. Vom Webdesign über das Development bis hin zum Business, alle Aspekte finden auf der webinale Beachtung. Das lädt zum Austausch über Grenzen hinweg ein. Developer kommen mit Designern ins Gespräch, Gründer finden Investoren und Manager neue Ideen und Trends. Alle erfahren, was State of the Art ist und wo die Reise im Web hingeht.
2. Wie seid Ihr auf die Idee gekommen, die webinale zu veranstalten & wie lange gibt es sie schon?
Die webinale gibt es seit 2007. Ihre Premiere hatte sie in Ludwigsburg, ein Jahr später folgte Karlsruhe. Seit 2009 sind wir mit der webinale in Berlin und fühlen uns hier wohl. Die Idee zur Konferenz ist aus den alltäglichen Problemen entstanden, die wir bei CREATE OR DIE und beim Software & Support Verlag täglich beobachten konnten. Projektleiter kommen in eine Agentur und wollen eine neue Webseite. Bunt soll sie sein und bewegen soll sich auch etwas. Wenn sich Kunde und Agentur nach zahlreichen Verständigungsproblemen endlich einig sind, dann fangen Designer und Developer an zu zanken: „Du hast meine Grafik drei Pixel verschoben!“. Wir wollen allen drei Parteien mit der webinale eine Plattform bieten, auf der sie sich treffen, austauschen und kommunizieren können. Auf der sie sich über Entwicklungen in ihren jeweiligen Bereichen informieren und lernen können, genauso aber auch über den Tellerrand hinausschauen können, um den anderen besser zu verstehen.
3. Wie kam die Kooperation mit dem 4010 Store letztes Jahr zustande?
Weil es nicht nur ums „Lernen“ geht, haben wir im webinale Programm immer auch Sessions, die inspirieren sollen. Anfang 2009 hat mich ein Freund auf Akinori Oishi (aki-air.com) aufmerksam gemacht, ein in Japan für sein Charakter-Design bekannter Künstler. Über einen Artikel kam ich mit Aki ins Gespräch und er hat mir von seinem Traum erzählt, einmal eine Hauswand in Deutschland mit einem Graffiti zu verschönern. Ein anderer Freund wiederum hat mir ungefähr zur selben Zeit vom 4010 und der Gallery Wall berichtet. Ich habe Aki dann vollmundig versprochen, ich könne ihm keine Hauswand besorgen, dafür aber eine „etwas“ kleinere Wand. Aki war begeistert, ich war begeistert, ihr wart begeistert, als ich die Idee präsentierte. Aki hat die Wand mit, grob geschätzt, abertausenden von kleinen Handy-Männchen bemalt. Besucher des Stores und der webinale durften dann einen Teil der Handy-Männchen ausmalen. Das kam super an.
4. Was plant Ihr für die kommende webinale im Mai fürs 4010 genau?
Weil es uns allen letztes Jahr so viel Spaß gemacht hat und erfolgreich war, wollten wir das in diesem Jahr auf jeden Fall wiederholen. Diesmal gestaltet Nathan Jurevicius, der Vater des Scarygirl (scarygirl.com), die Gallery Wall. Präsentiert wird die von Nathan gestaltete Wall am 31. Mai im Rahmen einer Vernissage. Davor gibt es noch einen Vortrag. Das Thema steht noch nicht ganz fest, daher kann ich es hier leider noch nicht verraten. So viel ist aber bereits sicher: Es dreht sich um Kunst, Kultur und Medien, passend zum 4010, zur Gallery Wall und der webinale. Am 2. Juni, dem letzten Tag der webinale, gibt es wieder einen Vortrag im 4010. Da geht es um unternehmerische Innovationen im Web 2.0 - eine spannende Diskussion. Der Vortrag steht natürlich allen Besuchern des 4010 offen.
5. Ich möchte auf Nathan zurückkommen. Wie kam es zu der Zusammenarbeit?
Wir hatten mit Nathan ein Interview auf CREATE OR DIE, da ging es um sein Charakter-Design und das Spiel Scarygirl. Ich muss gestehen, ich bin ein großer Fan des Spiels und habe es schon zig Mal durchgespielt. Mit der Entwicklung von Scarygirl und seinen Illustrationen ist Nathan als Speaker für die webinale geradezu prädestiniert. Da lag es nahe, ihn auch zu fragen, ob er sich vorstellen könnte, die Gallery Wall zu gestalten. Zu meiner großen Freude hat er zugestimmt.
6. Es wäre schön, wenn Du auch noch ein bisschen über Nathan als Künstler erzählen könntest?
Nathan kommt ursprünglich aus Australien, lebt inzwischen aber in Kanada. Seine bekannteste Figur ist Scarygirl. Entstanden ist das kleine Mädchen im Jahr 2001 und Nathan hat um sie herum eine ganz eigene Welt erfunden. Dabei war die „Geburt“ von Scarygirl eher ein Zufall. Nathan hatte damals eine Menge Editorial Stuff für verschiedene Magazine gemacht. In einem dieser Magazine gab es eine Illustration mit jeder Menge Figuren. Eine davon hatte bereits eine gewisse Ähnlichkeit mit dem späteren Scarygirl. Der Charakter hatte es Nathan angetan, er hat die Figur weiterentwickelt und im Rahmen eines Onlineprojekts einer australischen Kunststiftung präsentiert. Später kamen weiter Charaktere hinzu und das Spiel entstand. Zur Zeit arbeitet Nathan an einem Film, neuen Toys und hat gerade ein Buch in Australien herausgebracht.
7. Auf welche Programmhighlights können wir uns dieses Jahr auf der Konferenz freuen?
Neben Nathan, auf viele, viele Sessions mit interessanten Speakern. Eine Auswahl zu treffen, fällt schwer. Ich persönlich freue mich auf Ken Banks, der uns zeigt, wie man mit einem Handy und ein wenig Programmierarbeit den Menschen in der Dritten Welt helfen kann. Spannend ist auch der Vortrag von Andreas Utsch über das Ich als eigene Marke in der Web 2.0-Welt oder die Geschichte hinter der Berlintwitterwall von Christian Clawien und Carsten Hein. Dann haben wir am Dienstag, 1. Juni 2010, noch ein ganz besonderes Highlight. Nach den Vorträgen im Maritim proArte geht es ins E-Werk zu den webcuts. Das Internet Film Festival findet zum ersten Mal im Rahmen der webinale statt. Gezeigt und anschließend ausgezeichnet werden die besten Internetfilme der Welt. Danach feiern die webinale und webcuts zusammen. Die genaueren Details werden noch bekannt gegeben. Natürlich sind alle, die vorbeikommen möchten, herzlich eingeladen.
