LIKES
Es muss weitergehen...
Berlin wirkt wie mit einem Mal von der Sonne ausgeblichen - jetzt wo die deutsche Mannschaft die zum Greifen nahe Chance auf ein erneutes Sommermärchen im wahrsten Sinne des Wortes in den Wind geschossen hat. Uns als Zuschauer in der Heimat, haben uns mit einem Schlag Ernüchterung und Enttäuschung getroffen, um uns aufzuschrecken aus einer schönen Träumerei ... Denn ein paar Wochen lang waren wir wieder alle im großen WM-Fieber - konnten uns alle nicht entziehen, ja, im Gegenteil, gaben uns der Euphorie mit Freude hin!
Selbst erklärte Fußballmuffel sah man noch Minuten nach dem Spiel am gestrigen Abend beim Public Viewing entsetzt und entgeistert vor sich hinstarren. Ich bekam gleich nach dem Abpfiff eine SMS mit den Worten "aus die Maus". Und das sagten auch alle Gesichter um mich herum. Doch als dann der erste Spieler vor die Kamera trat, der mal nicht nahe den Tränen war, ja, der sogar einen Funken Hoffnung und Zuversicht für das nächste Spiel zu äußern vermochte, konnte auch ich ein wenig aufatmen. Und so dachte ich mir, man müsse sich nun einmal genauso hoffnungsvoll und zuversichtlich für diesen gerade erst angebrochenen Sommer einsetzen. Für das Weitermachen und Nach-vorne-blicken. Sicher, die Welt in der wir heute leben ist voller Probleme, kleiner und großer Tragödien (während Deutschland in Südafrika ausscheidet läuft im Golf von Mexiko weiterhin das Öl...) und wir wären umso kläglichere Wesen, wenn wir nicht zumindest versuchen würden, weiterhin das Beste aus allem zu machen. Einfältig? -Nein. Ignorant? Auch das in meinen Augen nicht. Viel mehr ein Schätzen, Genießen und Bewahren, was wir haben und der Versuch weniger negativistisch an die Dinge heranzugehen.
Und, ach ja, meine Antwort auf die SMS sah übrigens so aus "grausam :-(". Dabei sind grausam doch ganz andere Dinge. Und eigentlich bin ich ja auch stolz, dass wir es überhaupt so weit gebracht haben.. Wie sicher die meisten von uns. Und noch was: Glückwunsch an die Spanier - die gestern einfach die bessere Mannschaft waren.
