Grammys 2010
Ich bin definitiv ein Freund von einer guten Show, und die US-amerikanische Entertainment-Industrie legt da sicherlich die Latte regelmäßig höher, und führt das Rudel an. Aber was bei den diesjährigen Grammys über die Bühne ging kann man nur als größten Haufen grenzdebilen Schrotts E-V-E-R bezeichen. Offensichtlich hat DJ Bobo´s Choreograf den Abend produziert. Und ich dachte, das deutsche Fernsehen bräuchte einen Bypass. Was sollte denn das bitte sein? Größte Show aller Zeiten? Guiness Buch der Rekorde für höchste Dichte von affigen Tänzern pro Bühnenquadratmeter? Wohl eher eine, nicht nur für Epileptiker, gefährliche Frequenz von Fehlgeburten aus der Pop-Retorte? Die drei "bejubelten" Performances von Beyonce, Pink und Lady Gaga lösen bei mir nur entsetztes Staunen aus. Die 6-fache Gewinnerin Beyonce läuft vor einer Garde schwarzgekleideter Riot-Police ein, die direkt aus einem faschistoiden Albtraum rausmarschiert? WTF! Pink singt irgendeine gesichtslose ACB-Schnulze während sie einen esoterisch-akrobatischen Tuch/Trapez Firlefanz ausübt, frei nach viel mehr = viel mehr? WTF! Und Lady Gaga/Dada/Nextstupiddress tritt gleich mit einem ganzen Wanderzirkus von Tänzern, einem Variete´ Ansager-Versager in einem völlig Sinn- und atemlosen "Noch-Ein´-und-Noch-Ein´" Wirrwarr auf. Die erklärte "Ich-bin-total-anders Künstlerin" singt ein (oh mein Gott) Medley ihrer Hits, um zum Tiefpunkt/Höhepunkt des psychotischen Spektakels mit Sir Elton John am Klavier, eine ebenfalls total gesichtslose Nummer zu klimpern, und um dann lauthals "I wanna be a star" zu kreischen. Was für ein Unterhaltungsalbtraum. Ach ja, und dann waren da noch die Kinder von Micheal Jackson. Spooky! Fernsehen - Quo vadis?
