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Monday, 15/03/2010

Love Thy Neighbour!

Die Schweden verstehen was von Pop
by Eugen Bräunig

Auf den ersten Blick

Ja, der Herr auf dem oben abgebildeten Plattencover schaut auch etwas bestürzt drein. Die junge Dame an seiner Seite hingegen blickt uns (oder vielleicht eher dem was da kommen mag) mit forscher Zuversicht entgegen. Entfaltet man jedoch den mit Glanzlaminat veredelten Chromokarton (gemeinhin als Digipack bezeichnet), so wird eine weitere Gestalt sichtbar. Es handelt sich um einen älteren Herren, dessen Blick wie von tiefer Skepsis erfüllt ins Nichts zu driften scheint.

Auf den zweiten Blick

Dabei klingt Nom de Guerre's neues Baby Love Thy Neighbour, zu deutsch Liebe Deinen Nächsten, bei Weitem nicht so sorgenvoll! Die intensiven Farben des Artworks greifen jedoch auch die 12 Songs mit jeder Note auf. Ja, so kitschig das jetzt vielleicht klingen mag: Wenn es danach geht, leuchten die Klangfarben dieser Scheibe wohl wie der herrlichste aller Regenbögen! Über gut 40 Minuten erleben wir neben Beatles-Queen-E.L.O.-Scissor Sisters-Mika-esken Anwandlungen eine Band, die einen glamourösen Früh-80er Britpop Sound über die Zeit gerettet hat. Etwas was wir wohl so im Jahr 2010 gänzlich missen würden. Was den Musiknerd begeistert: Dass das Ganze trotzdem nicht rückwärtsgewandt daherkommt. Nein, es handelt sich nicht bloß um den Abklatsch alten Glanzes!

Nom de Guerre's melodiös klimperndes Feuerwerk geht ins Ohr - und in die Füße. Und trotzdem fehlt es nicht etwa an Tiefe. Im Gegenteil: Hier wird eine Geschichte erzählt. Teils mehrstimmiger Gesang, Piano, Bass, Drums und Streicher fließen ineinander. Gemeinsam erzählen sie uns von Hingabe und verzweifelter Leidenschaft aber auch Gier und sogar Mord. Der aufmerksame Hörer wird zudem gewiss auch der einen oder anderen zynischen Spitze gewahr! Wie sonst hätten sie es auch auf das Vorzeigelabel Tapete Records geschafft? Unser Tipp: Run Run Run and get a copy!

Weiter in den Kosmos dieses Trios eintauchen könnt ihr beispielsweise auf MYSPACE.

Tags:

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