Nur ein Trend -
Deutschland hat im Vergleich zu anderen Ländern keine sehr ausgeprägte Tradition in Sachen Illustration. Anders als in den USA, wo realistische Bilder und abstrahierende Grafiken als zwei grundverschiedene, jedoch ebenbürtige Medien gehandelt werden, stand die Illustration in Deutschland über viele Jahrzehnte klar im Schatten der als objektiver und damit souveräner eingestuften Fotografie. Doch kurz vor Jahreswechsel widmete das Berliner Electronic Beats Magazine gleich einen 10-seitigen Beitrag dem, was sie das "Illustration Revival" der letzten Jahre nannten. Sehr empfehlenswerte Lektüre und auch ein Augenschmaus im Übrigen! Die These von EB bestätigt natürlich Pascal Johanssens Illustrative Festival. Das Festival fand 2006 zum ersten und nun im vergangenen Jahr zum dritten Mal in Berlin statt. Wenn das kein klares Zeichen ist..! Hinzu gesellt sich längst eine unermüdliche Urban Illustration/Street Art Szene, wie sie auch der TV-Sender ARTE online an DIESER Stelle einmal ganz gut beschrieben hat. Diese neue Generation unerschrockener Künstler begnügt sich keinesfalls damit Berlin "bloß" abzubilden, sondern strebt offenbar vielmehr danach das Berliner Stadtbild visuell maßgeblich mit zu gestalten. Dabei zeigt sich allein anhand der Vielzahl talentierter Berliner Street Artists wie Nomad, Emess und Gould aber auch an der Omnipräsenz der Bilder internationaler Berühmtheiten wie Banksy, Dolk , Swoon und vieler anderer, wie groß das Ganze hier doch inzwischen ist... Wir dürfen gespannt bleiben!
