Köln
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Schlamm als Kunst
Land Art im Museum? Wie soll das denn gehen? Gute Frage, die nicht leicht zu beantworten ist. Tatsächlich wird jetzt im Hamburger Bahnhof auch nicht die raumgreifende und landschaftsverändernde Kunst der großen Geste von Land Art-Künstlern wie zum Beispiel Robert Smithson gezeigt, sondern die subtileren Steinskulpturen von Richard Long. Dieser ist bekannt für seine temporären, aus auf Spaziergängen und Wanderungen vorgefundenen Materialien gemachten Kunstwerke, die er fotografiert und dann ihrem Schicksal in Mutter Natur überlässt. Im Hamburger Bahnhof hat Long nun eigenhändig einen großen Steinkreis, mehrere kleinere und ein großes Matsch-Gemälde geschaffen. Auch wenn Ihr Euch jetzt vielleicht fragt, was daran Kunst ist und dass das doch jedes Kind kann, so sei Euch ein Besuch trotzdem wärmstens empfohlen: gerade der große Kreis aus vielen unterschiedlichen kleinen Steinen, sehr akkurat zusammengelegt, ist überraschenderweise unglaublich schön.
Und auch das Wandbild aus Schlamm ist faszinierend. Von weiten erinnert es an eine Sonne und um so näher man heran kommt, um so interesannter sind die Details der Malweise. Long hat nämlich keinen Pinsel benutzt, sondern seine Hände. Diese Ausstellung macht auf jeden Fall Lust, mal wieder Kind zu sein und mit Matsch zu spielen! Ist ja schließlich Kunst!
Hamburger Bahnhof - Museum für Gegenwart - Berlin
noch bis Sonntag, 31. Juli 2011

