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Social Publishing
Angefangen hat alles mit einer Idee: 2006 entdeckt der junge Wahlkölner Peyman Azhari seine Leidenschaft für die Fotografie. Auf einem zweimonatigen Road Trip von Toronto nach Florida erreicht der Autodidakt schließlich New York und ist überwältigt. Er schießt unzählige Bilder, die Idee eines Bildbandes reift heran.
Zwei Jahre später taucht er während eines Auslandsaufenthalts im Rahmen seines International Business-Studiums immer tiefer in die Stadt ein. Was ihn an den New Yorkern besonders fasziniert, ist, so Azhari, „der kollektive Glaube an unbegrenzte Möglichkeiten“ und die damit verbundene Bereitschaft, jedes erdenkliche Opfer zu bringen, um in dieser Stadt leben zu können.
Peyman Azhari
2010 beginnt Azhari in New York, Texte zu dem Bildband zu verfassen. Denn „gute Geschichten umgeben uns überall. Sie zu fotografieren ist nicht die Kunst, sondern sie zu erkennen und sich dafür entscheiden, sie zu veröffentlichen.“ Schnell findet sich auch der Arbeitstitel 1440 Minutes NYC. Denn, so Azhari, „wer den Tag nicht in 24 Stunden, sondern in 1440 Minuten erfasst, nimmt jeden Moment intensiver wahr“. Wahrnehmung ist dabei das Stichwort, das Azhari bei seiner Fotografie besonders interessiert: „Wir stellen die Realität immer über die Wahrnehmung. Dabei ist die Selbstwahrnehmung doch viel wichtiger, denn sie schafft die uns eigene Realität.“
Als noch unbekannter Künstler hat man es in der deutschen Verlagswelt jedoch denkbar schwer, ohne Referenzen läuft hierzulande gar nichts. Azharis Lösung lautet social publishing. Die modernen Vertriebswege des Musikbusiness haben Azhari zu seinem eigenen, innovativen Vertriebskonzept inspiriert. Dabei bilden soziale Netzwerke die Basis für die Kommunikation zwischen Verlag, Künstler und Publikum. Der Großteil der Kosten vor dem Druck wird über Vorbestellungen gedeckt, die fertigen Bücher werden dann in kleinen Auflagen gedruckt, an die Vorbesteller ausgeliefert und in Online-Shops, im Buchhandel und kunstaffinen Geschäften vertrieben. Die Bindung zwischen den Unterstützern und den Künstlern wird durch exklusive Veranstaltungen wie Ausstellungen und Signierstunden verstärkt.
Fünf Jahre harter Arbeit machen sich endlich für Azhari bezahlt: Die Eröffnungsfeier des Ghost Press-Verlags mit Ausstellung von Bildern aus 1440 Minutes NYC im Kunstverein Kölnberg in der Aachener Straße Ende Juli war mit über 300 Gästen ein voller Erfolg.
Wer sich für Ghost Press und die Bilder von Peyman Azhari interessiert, dem sei die Ausstellung zu 1440 Minutes NYC empfohlen, die noch bis zum 31.10. in der so what gallery in Düsseldorf zu sehen ist.

