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Friday, 26/11/2010

Sofia Coppola ist zurück

und bringt einen goldenen Löwen in die Kinos
by Eugen Bräunig

John Cassavetes gewann ihn im Jahr 1980 mit "Gloria, die Gangsterbraut". Zwei Jahre später dann Wim Wenders mit "Der Stand der Dinge". Auch Jean-Luc Godard reihte sich ein weiteres Jahr später mit "Vorname Carmen" unter den Gewinnern ein. Später nahmen dann Regisseure wie Robert Altman, Krzysztof Kieślowski, Ang Lee und Darren Aronofsky die höchste Ehrung der Filmfestspiele von Venedig entgegen. Die Rede ist natürlich vom Goldenen Löwen. Denn was die Palme für Cannes und der Bär für Berlin sind, ist der Löwe eben für Venedig. Seit diesem Jahr hat sich noch eine der ganz Großen des Filmgeschäfts in der Bestenliste des Festivals eingereiht. Gemeint ist keine Geringere als Sofia Coppola, die wir durch ihre Filme "The Virgin Suicides", "Lost in Translation" und "Marie Antoinette" kennen und lieben gelernt haben. Vier Jahre ohne die einfühlsame Filmemacherin sind ins Land gegangen, bevor 2010 endlich "Somewhere" in die Kinos kam. Jurymitglied Quentin Tarantino meinte in Venedig, dass der Film "von der ersten Szene an verzaubert" habe.

Seit dem 11. November wird nun auch auf deutschen Leinwänden die bewegende Geschichte um Filmstar-Papa Johnny und seine Tochter Cleo erzählt. Die 11-jährige Cleo lebt eigentlich bei Ihrer Mutter, während Ihr Vater der Leere in seinem Alltag nur noch allerlei Ausschweifungen entgegenzusetzen weiß. Es ist herzerwärmend mit anzusehen, wie dieser verlebte Frauenheld zwischen sich und Cleo ganz unerwartet so etwas wie Nähe entdeckt. Von den Selbstmordschwestern, einer außergewöhnlichen Hotelbekanntschaft in Fernost, über die verträumten Dekadenz im Schloss Versailles, reicht das Spektrum von Sofia Coppolas Geschichten. Bis hin zum Einläuten eines neuen Lebensabschnitts eines Vaters. Es handelt sich um 85 Minuten Film, die mit ungefähr 8 Millionen $, aber vor allen Dingen einer Menge Liebe zum Detail entstanden sind. Und da dieser mit Stephen Dorff (Blade, World Trade Center, Public Enemies) und Elle Fanning (I Am Sam, Babel, Déjà Vu, Der seltsame Fall des Benjamin Button) überdies vortrefflich besetzt wurde, wundern uns auch die 7 IMDB-Sterne rein gar nicht.

Hier geht's zur Übersicht aller Berliner Kinos, die den Streifen zeigen.

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